Die nachfolgende Serie zeigt Sternenspuren (Startrails) in der Kombination mit der Lichtmalerei (Lightpainting). Um runde Sternenspuren zu erhalten muss man Richtung Norden fotografieren. In unseren Breitengraden dreht sich alles um den Nordstern Polaris.

Man hat mit der Ausrichtung der Kamera, direkten Einfluss auf die Bildgestaltung, d.h. auf die Art und Weise, wie die Sternenspuren im Bild abgebildet werden.

Blende f/5.6 / ISO 1600 / 30 Sekunden. 56 Aufnahmen mit einer Pause von 4 Sekunden zwischen den Aufnahmen / 24 mm Brennweite / Querformat

Das Kreuz und das Holzgeländer wurde mit einer Taschenlampe in weiteren Bildern getrennt vom Sternenbild belichtet.

Blende f/8 ISO 100 / 180 Sekunden 50 Aufnahmen mit 4 Sekunden Pause zwischen den einzelnen Bildern / 16 mm Brennweite / Hochformat

Der Waldrand auf der linken Seite und auch der Hochsitz wurden in zusätzlichen Aufnahmen abgebildet.

Streng genommen spricht man bei dieser Art von Bildern von Composing, denn die einzelnen Aufnahmen werden in der Bildbearbeitung zum finalen Bild zusammengesetzt. Würde man den Hochsitz oder den Waldrand nicht zusätzlich mit Licht bemalen, dann wären sie Schwarz, also kaum bzw. gar nicht auf den Bildern zu sehen. Mit der Lichtmalerei können so Räumlichkeit und Tiefe erzeugt werden. Dies alles ist nur in der Nacht, mit Hilfe einer Langzeitbelichtung abbildbar.

Nach dem Fotografieren wird in der Bildbearbeitung dann erst das eigentliche Foto sichtbar. Im ersten Schritt entsteht das Bild in Gedanken vor dem geistigen Auge. In der anschliessenden Bildbearbeitung sieht man, ob alles auch so umgesetzt wurde, wie man es sich vorstellte oder ob etwas vergessen wurde.

Ein Weitwinkelobjekt bringt bei diesen Fotos noch mehr vom Sternenhimmel auf das Bild.

Auf den beiden folgenden Aufnahmen wurde bewusst mal nicht in Richtung Norden fotografiert. Dies ist deutlich an den Sternenspuren zu erkennen.

Blende f/8 / ISO 400 / 24 mm / 50 Aufnahmen mit 4 Sekunden Pause zwischen den Bildern.

Mit Hilfe der Taschenlampe kann das Belichten der Scheune gesteuet werden. So kann man gezielt die Objekt ins richtige Licht setzen.

Blende f/8 / ISO 400 / 24 mm / 50 Aufnahmen mit 4 Sekunden Pause zwischen den Bildern.

Mit Hilfe der ISO kann die Sichtbarkeit der Sternenspuren bestimmt werden. Bei einer höheren ISO, wie im 1. Bild mit ISO 1600 sind wesentlich mehr Sternenspuren im Bild sichtbar.  In diesem Bild wurd eine ISO 400 benutzt. Dadurch dass die ISO direkten Einfluss auf die Bildqualität hat, hat man mit der ISO die Möglichkeit einen entsprechenden Kompromiss zwischen Qualität und Sichtbarkeit der Sternenspuren zu finden.

Zum Abschluss noch zwei Bilder mit unterschiedlichen Brennweiten vom Thyssen Testturm in Rottweil. Hier wurde ein Laterne im Hintergrund mit Hilfe einer Leiter und 2 Müllsäcken abgedeckt, denn nur dann war eine Nachtaufnahme an dieser Stelle möglich. Das Licht der Laterne hätte es nicht erlaubt Bilder mit einer Belichtungszeit von 1 Minute umzusetzen. Es sah schon etwas sonderbar aus, als zusätzlich zur Kamera auch noch eine Leiter und Müllsäcke transportiert wurde.

Blende f/11 / ISO 400 / 24 mm / 50 Aufnahmen mit 4 Sekunden Pause zwischen den Bildern.

Blende f/11 / ISO 400 / 16 mm / 50 Aufnahmen mit 4 Sekunden Pause zwischen den Bildern.

In Lightroom kann man in der Zwischenzeit auch mit LUTs (Look Up Tables) arbeiten. LUTs kommen eigentlich aus der Videoproduktion und ermöglichen es gezielt Farben im Bild zu ersetzen. Mit einem LUT wird der Look, d.h. das Aussehen eines Bildes verändert. Vereinfacht ausgedrückt werden über eine Tabelle einzelne Farbwerte ersetzt.

Eine Zusammenfassung aller Parameter, auch mit einer Auflistung der Ausrüstung und des Workflows zum Erstellen der Bilder finden Sie hier.

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