wie zu erkennen ist, kann man auch verschiedene Aspekte beim Lightpainting zusammenführen. Die Basis eines Bildes ist immer eine Langzeitbelichtung. Zusätzlich zur Langzeitbelichtung haben wir uns überlegt, wie wir den Turm besonders hervorheben können. Wir haben uns schrittweise überlegt, was, wie und in welcher Farbe wir am Turm hinterlegen wollen. So kamen verschiedenfarbige Filterfolien auf Taschenlampen zum Beleuchten des Turmes zum Einsatz. Auf eine Taschenlampe wurde eine weiße Röhre aufgesetzt und dann diese Kombination gedreht, so dass ein weißer Kreis entsteht.

Blende F/8 / ISO 100 / 3 Minuten Belichtungszeit für die Langzeitbelichtung und 25 weitere Bilder für das Lightpainting des Tumes. Die 25 Einzelbilder wurden mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden erstellt.

Es kam auch noch ein Dom für die 3 farbigen, halbkreisförmigen Objekte zum Einsatz. Bei einem sogenannten Dom handelt es sich um ein umgebautes Vorderrad eines handelsüblichen Fahrrades. An diesem Rad wird ein programmierbarer LED-Streifen angebracht, der mit einer Spannungsversorgung von 12 Volt (8 * 1,5 Volt Batterien) betrieben wird und zusätzlich wird noch eine Achse so angbracht, dass eine Neigung des Rades von 45 Grad erreicht wird. Wird der Dom dann einmal im Kreis gedreht, dann entstehen diese Lichtfiguren.

Blende F/8 / ISO 100 / 3 Minuten Belichtungszeit für die Langzeitbelichtung und 25 weitere Bilder für das Lightpainting des Tumes. Die 25 Einzelbilder wurden mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden erstellt.

Die Bank und der Weg zum Turm wurden ebenfalls mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet. Es gibt mehre Möglichkeiten, wie so ein Bild entstehen kann:

  • Mehrer Einzelbilder werden in der Bildbearbeitung zum finalen Bild zusammengesetzt
  • Ein einzelnes Bild, das aus mehreren einzelnen Belichtungen besteht

Das Bild hängt in meinem Arbeitszimmer mit einer Größe von 60 * 40 cm und gefällt mir immer noch sehr.

Wie ein einzelnes Bild entsteht erkläre im am folgenden Beispiel:

Blende F/8 / ISO 100 / 3 Minuten Belichtungszeit für die Langzeitbelichtung. Ein Bild

Die Kamera wird in den Bulb-Modus gestellt. Mit Hilfe eines Fernauslöser, wird nun eine Langzeitbelichtung an der Kamera gestartet. Im ersten Schritt wird zum Beispiel, die Bank mit Hilfe einer Taschenlampe belichtet. Zu Beginn einer Belichtung ertönt das Kommando „Aufdecken“, wenn also in der Gruppe fotografiert wird, weiß jeder, dass nun die Belichtung beginnt. Zum Abschluß der Belichtung gibt es das Kommando „Abdecken“. Man nimmt ein lichtundurchlässiges, schwarzes Tuch und legt es über die Objektivöffnung. Dadurch wird erreicht, dass die Belichtung fortgesetzt wird, aber kein Licht auf den Sensor trifft. Das Bild wird praktisch in diesem Zustand eingefroren. Man kann nun zum Turm laufen und mit Hilfe der genannten Kommandos weitere Lichtmalereien vornehmen. Ganz zum Schluß gibt es noch das Kommando „Nachbrennen“, d.h. es erfolgen keine Lichtmalereien mehr. Man steuert aber durch das „Nachbrennen“ die Gesamthelligkeit im Bild. Mit Hilfe des Fernauslöser wird dann die Bulb-Belichtung gestoppt. Fertig ist das Bild.

Blende F/11 / ISO 100 / 3 Minuten Belichtungszeit für die Langzeitbelichtung. Die einzelnen Figuren wurden nacheinander erzeugt. Zwischen den Figuren erfolgten die Kommandos „Aufdecken“, „Abdecken“.

Eine Zusammenfassung aller Parameter, auch mit einer Auflistung der Ausrüstung und des Workflows zum Erstellen der Bilder finden Sie hier.

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